Taubenmanagement
Taubenmanagement
Das Taubenmanagement umfasst die systematische und tierschutzgerechte Regulierung der Stadttaubenpopulation sowie die Verbesserung des Zusammenlebens von Mensch und Tier im dicht bebauten Stadtgebiet. Im Mittelpunkt steht die schrittweise Errichtung und Betreuung geeigneter Taubenschläge nach dem sogenannten „Augsburger Modell“.
An geeigneten Standorten in der Nähe bestehender Tauben-Hotspots sollen betreute Taubenschläge eingerichtet werden, in denen die Tiere kontrolliert versorgt und die Population durch den Austausch der gelegten Eier gegen Attrappen auf natürliche und tierschutzgerechte Weise reguliert wird. Gleichzeitig sollen die Tauben stärker an diese Standorte gebunden und dadurch problematische Ansammlungen an öffentlichen Plätzen, Gebäuden und sonstigen ungeeigneten Standorten reduziert werden.
Das Taubenmanagement umfasst darüber hinaus die laufende Betreuung und Reinigung der Taubenschläge, die Beobachtung der Bestandsentwicklung sowie die Zusammenarbeit mit den betroffenen Grundeigentümer:innen, Wohnbauträgern und zuständigen Stellen. Ergänzend soll das bestehende Taubenfütterungsverbot zur Vermeidung einer unkontrollierten Bestandsentwicklung konsequent vollzogen werden.
Ziel ist ein langfristig stadtverträglicher und tierschutzgerechter Stadttaubenbestand, eine Reduktion von Verschmutzungen und damit verbundener Reinigungs- und Instandhaltungsaufwendungen sowie eine Verbesserung der Lebensqualität im öffentlichen und privaten Raum.
Kurz gesagt: Das Taubenmanagement bedeutet in Salzburg nicht einfach „Tauben vertreiben“, sondern Tauben gezielt in betreute Taubenschläge lenken, dort kontrolliert versorgen und durch Eiertausch den Bestand regulieren, um gleichzeitig Tierschutz, Sauberkeit und die Interessen der Bevölkerung zu berücksichtigen.
Was ist damit konkret gemeint?
Das inzwischen konkretisierte Konzept orientiert sich am sogenannten „Augsburger Modell“. Die Stadt plant derzeit schrittweise neun betreute Taubenschläge an Stellen, an denen sich größere Taubenschwärme befinden. Die Tauben sollen dort kontrolliert und artgerecht versorgt werden. Ein wesentlicher Bestandteil ist, die gelegten Eier durch Attrappen zu ersetzen, wodurch sich der Bestand auf tierschutzgerechte Weise regulieren lässt.
Damit besteht das Projekt im Wesentlichen aus folgenden Elementen:
- Errichtung betreuter Taubenschläge an geeigneten Standorten;
- möglichst nahe bei bestehenden Tauben-Hotspots;
- kontrollierte Fütterung und Betreuung der Tiere;
- regelmäßige Bestandskontrolle;
- Austausch der Eier gegen Attrappen zur natürlichen Bestandsregulierung;
- regelmäßige Reinigung und Betreuung der Taubenschläge;
- Verringerung der Taubenansammlungen an problematischen Stellen;
- Reduktion von Taubenkot und Verschmutzungen auf Gebäuden, Plätzen, Straßen und anderen öffentlichen bzw. privaten Flächen;
- Beibehaltung bzw. Verschärfung des bestehenden Taubenfütterungsverbotes.
Warum braucht es Taubenmanagement?
Das Problem besteht insbesondere dort, wo sich viele Stadttauben dauerhaft aufhalten. Große Ansammlungen können zu erheblichen Verschmutzungen durch Kot führen und dadurch Reinigungs- und Instandhaltungskosten verursachen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass die Tiere durch unkontrollierte Maßnahmen oder mangelnde Versorgung leiden.
Die Stadt verfolgt deshalb einen Ansatz, bei dem nicht einfach die Tauben vertrieben werden, sondern ihre Population kontrolliert und auf geeignete Standorte gelenkt wird. Die Stadt bezeichnet das Ziel ausdrücklich als einen „stadtverträglichen Bestand“.
Wo sind Taubenschläge vorgesehen?
Für die derzeit geplanten neun Standorte wurden unter anderem folgende Bereiche erfasst:
- Altstadt
- Mirabellplatz
- Eisenbahnbrücke Mülln
- Sterneckstraße
- Schallmoos
- Hauptbahnhof
- Lehener Park
- Schumacherstraße
- Salzachbrücke Liefering
Nach den Erfahrungen mit dem Augsburger Modell sollen Taubenschläge möglichst innerhalb von etwa 200 m zu bestehenden Tauben-Hotspots liegen. Besonders geeignet sind beispielsweise nicht ausgebaute Dachböden.
Aktueller Stand 2026
Das Projekt ist inzwischen wesentlich konkreter als bei der Formulierung des Arbeitsprogramms 2024. Der Stadtsenat hat am 23. März 2026 die Umsetzung des Augsburger Modells einstimmig beschlossen. Für einen Taubenschlag werden rund 18.000 Euro Errichtungskosten veranschlagt; die jährlichen Betriebskosten liegen – je nach Anzahl der betreuten Tauben – ungefähr zwischen 19.800 und 26.000 Euro. Mit den ersten zwei Standorten sollte 2026 begonnen werden. Die Betreuung ist durch Gut Aiderbichl vorgesehen.
Auch das bestehende Fütterungsverbot spielt eine Rolle. 2026 wurde eine Anhebung des möglichen Strafrahmens von derzeit 218 Euro auf bis zu 1.000 Euro beschlossen bzw. zur landesgesetzlichen Änderung weitergeleitet; die Änderung betrifft allerdings mehrere ortspolizeiliche Verordnungen und nicht ausschließlich Tauben.
In Abstimmung zwischen mehreren Ämtern wurde ein möglicher Standort beim Seniorenwohnaus in Lehen geprüft und als grundsätzlich geeignet definiert. Seitens des Veterinäramtes folgte jedoch eine negative Stellungnahme zur Umsetzung.
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