Abbau des Sanierungsrückstandes beim städtischen Kanal
Abbau des Sanierungsrückstandes beim städtischen Kanal
Der Abbau des Sanierungsrückstandes beim städtischen Kanal umfasst die systematische Erhaltung, Sanierung und Erneuerung des bestehenden öffentlichen Kanalnetzes der Stadt Salzburg. Auf Grundlage regelmäßiger Zustandsbewertungen werden schadhafte und technisch bzw. wirtschaftlich sanierungsbedürftige Kanalabschnitte ermittelt, nach Dringlichkeit priorisiert und schrittweise saniert oder erneuert.
Dabei kommen sowohl klassische Kanalauswechslungen in offener Bauweise als auch geeignete grabenlose Sanierungsverfahren zum Einsatz. Neben den Hauptkanälen werden erforderlichenfalls auch Schächte, Schachtabdeckungen und Teile der Straßenentwässerung erneuert. Die Sanierungsmaßnahmen werden nach Möglichkeit mit Straßenbauvorhaben sowie mit der Erneuerung anderer Leitungsinfrastrukturen koordiniert, um Synergien zu nutzen und die Gesamtbelastung durch Baustellen zu reduzieren.
Ziel ist es, den bestehenden Sanierungsrückstand schrittweise abzubauen, die langfristige Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit des Kanalnetzes sicherzustellen, Schäden und Fremdwassereintritte zu reduzieren und damit eine dauerhaft ordnungsgemäße und umweltgerechte Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Als langfristige Zielgröße ist im Arbeitsprogramm der Stadt eine Sanierungsrate von 1,1 % pro Jahr (Funktionserhalt-Rate) vorgesehen.
Kurz gesagt: Es geht darum, nicht erst bei einem Kanalgebrechen zu reagieren, sondern das rund 380 km lange bestehende Kanalnetz systematisch nach Zustand und Dringlichkeit zu sanieren, damit der bestehende Sanierungsrückstand laufend kleiner wird und die Funktionsfähigkeit des Netzes langfristig erhalten bleibt.
Was bedeutet das konkret?
Die Stadt Salzburg verfügt über rund 380 km öffentliches Kanalnetz. Seit dem Abschluss des Kanalausbaus im Jahr 2005 werden jährlich etwa 1.900 Laufmeter Kanal saniert. Grundlage dafür sind regelmäßige Zustandsuntersuchungen und die im GIS erfassten Daten über Lage, Baujahr, Material und Zustand der Kanäle.
Der Abbau des Sanierungsrückstandes umfasst insbesondere:
- Zustandserfassung und Priorisierung des bestehenden Kanalnetzes;
- Erkennen von Undichtheiten, Korrosion, Rissen, Rohrbrüchen, Verformungen und anderen Schäden;
- Erneuerung besonders schadhafter Kanalabschnitte;
- Sanierung mittels grabenloser Verfahren, beispielsweise Inliner, wenn eine vollständige Auswechslung nicht erforderlich oder wirtschaftlich ist;
- Erneuerung bzw. Anpassung von Kanalschächten und Schachtabdeckungen;
- Verbesserung bzw. Erneuerung der Straßenentwässerung;
- erforderlichenfalls Abstimmung bzw. Miterrichtung von Hausanschlüssen;
- Nutzung von Synergien mit Straßenbau-, Wasser-, Fernwärme-, Strom- oder anderen Infrastrukturprojekten.
Ein aktuelles Beispiel ist die Hauptkanalerneuerung in der Lastenstraße und angrenzenden Straßenzügen: Dort werden aufgrund erheblicher Schäden – unter anderem Korrosion, Rohrbrüchen, Infiltrationen und Undichtheiten – rund 725 m Kanal in offener Bauweise und weitere 166 m mittels Inliner saniert.
Es geht nicht nur um „alte Rohre austauschen“!
Ein wichtiger Punkt ist die langfristige Funktionssicherheit des gesamten Entwässerungssystems. Bei aktuellen Projekten werden deshalb teilweise auch neue Regenwasserkanäle geschaffen oder Mischwassersysteme weiterentwickelt. Beim Makartplatz beispielsweise werden alte Mischwasserkanäle erneuert und zusätzliche Regenwasserkanäle errichtet. Dadurch sollen Kanalnetz und Kläranlage entlastet und die Überlastungs- bzw. Überflutungsgefahr bei Starkregen reduziert werden.
Was bedeutet die 1,1-%-Rate?
Die im Arbeitsprogramm genannte 1,1 % Funktionserhalt-Rate ist als langfristige Zielgröße für die Sanierung des bestehenden Netzes zu verstehen. Bei rund 380 km Kanalnetz entspräche das überschlägig:
380 km × 1,1 % = ca. 4,2 km Kanal pro Jahr.
Das ist allerdings keine Aussage, dass jedes Jahr exakt 4,2 km baulich erneuert werden müssen. Die tatsächliche Sanierungsleistung hängt vom Zustand, der Dringlichkeit, der Sanierungsmethode, den verfügbaren Budgets und der Koordination mit anderen Infrastrukturmaßnahmen ab. Die Stadt nennt derzeit rund 1.900 Laufmeter jährliche Sanierung.
Als eine der ersten Schritte der neuen Stadtregierung wurde der Investitionsrückstau bei der notwendigen Sanierung des Kanalsystems angegangen. In mehreren Großprojekten, etwa in der Scherzhauserfeldsiedlung, finden Neuerungen statt.
Ergänzung 2026:
Weitere Sanierungsprojekte befinden sich bereits in Planung bzw. Umsetzung, unter anderem in der Lastenstraße und am Makartplatz. Der Abbau des Sanierungsrückstandes ist über einen Zeitraum von mindestens zwölf Jahren vorgesehen.
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