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Ausbau Rad Infrastruktur

Für die Stadt Salzburg gibt es derzeit ein relativ umfangreiches, bis 2030 angelegtes Ausbauprogramm für die Radinfrastruktur. Der entscheidende neue Schritt ist das 2025 beschlossene bzw. vorbereitete „Mehrjährige Radnetzausbauprogramm 2026–2030+“ mit rund 200 Einzelmaßnahmen.

Aktueller Stand 2026

Die Stadt verfolgt inzwischen drei miteinander verbundene Ebenen:

  1. konkreter Radwegebau 2026
  2. Radnetzausbauprogramm 2026–2030+
  3. Radstrategie 2030+ / Mobilitätsplan 2040

Ziel ist, den Radverkehrsanteil von derzeit knapp 24 % auf 30 % bis 2030 zu erhöhen. Das Ausbauprogramm umfasst rund 200 Maßnahmen, darunter 52 neu aufgenommene Projekte.

Für 2026 sind über 15 größere und kleinere Radbauprojekte vorgesehen. Die Stadt hat die vollständige Projektliste für 2026 veröffentlicht.

Besonders wichtig: Salzach als „Radschnellverbindung“

Für die weitere Entwicklung ist die Salzachachse eine der wesentlichsten Punkte des gesamten Programms.

Die bestehenden Wege entlang der Salzach sollen wegen der hohen Radverkehrsbelastung langfristig zu Radschnellverbindungen weiterentwickelt werden. Im Zusammenhang mit dem Salzachplan/Hochwasserschutz sind unter anderem vorgesehen:

  • verbreiterte Unterführungen bei Staatsbrücke und Nonntaler Brücke
  • Verbesserungen beim Mozartsteg
  • breitere Wege entlang der unteren Salzachufer
  • bessere Trennung von Fuß- und Radverkehr
  • leistungsfähigere Hauptroute für den zunehmenden Radverkehr.

Das ist insofern interessant, weil hier Hochwasserschutz, Fußverkehr und Radverkehr gemeinsam geplant werden.

Auch die Radwegweisung wird neu aufgebaut

Ein eher unscheinbares, aber wichtiges Projekt ist die Vereinheitlichung der Radwegweisung.

Die Stadt hat derzeit verschiedene Systeme nebeneinander – etwa Landesradrouten, Radhauptrouten, EuroVelo, touristische und Sportradrouten. 2026 beginnt die Planung; die Umsetzung der neuen Wegweisung ist für 2027 vorgesehen.

Interessant für die Innenstadt

Parallel dazu verändert sich durch die Neutorsperre ab September 2026 die Verkehrssituation in der Innenstadt erheblich. Während der ersten Bauphase bleibt für Radfahrende eine Passage bzw. Schiebestrecke offen; die gesamte Verkehrsorganisation wird für die Bauzeit angepasst.

Und genau hier gibt es eine Verbindung zu deinem bereits angesprochenen Projekt „Begegnungszone Innenstadt“: Die Radverkehrsplanung wird zunehmend nicht mehr isoliert als „Radwegprojekt“, sondern gemeinsam mit Straßenraumgestaltung, Fußverkehr, ÖV und Aufenthaltsqualität betrachtet.

Ein wichtiger strategischer Punkt

Die Stadt arbeitet 2026 außerdem an der Radstrategie 2030+, die Teil des Mobilitätsplans 2040 werden soll. Dieser soll nicht nur neue Radwege festlegen, sondern auch Fragen wie:

  • sichere Kreuzungen und Engstellen
  • Lückenschlüsse
  • Alternativrouten
  • Verbreiterungen
  • Fahrradabstellanlagen
  • Bike & Ride
  • Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr
  • Verkehrssicherheit
  • Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung

behandeln.

Kurze Übersicht der größeren Projekte: 

  • Leopoldskron-Moos und Gneis: Der Josef-Moosbrucker-Weg
    Der Josef-Moosbrucker-Weg verläuft mitten durch die Felder in einem Moorgebiet und ist für die Fußgänger:innen und Radfahrer:innen eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Leopoldskron-Moos und Gneis. In diesem Jahr wird der Weg neu gebaut, verbreitert und es erfolgt eine Modernisierung der Beleuchtung. Die Gesamtkosten betragen rund 800.000 Euro.
  • Bahnhof: Eine sichere Verbindung zur Salzach
    Eine Landesradroute und die Radhauptroute U1 führen über den Salzburger Hauptbahnhof. Die Routen sind beliebt und die Zahl der Radfahrer:innen wird sich mit der Fertigstellung des neuen Landesdienstleistungszentrums noch weiter erhöhen. Bisher ist die Verbindung zur Salzach nicht ideal – das soll sich ändern. Das Straßen- u. Brückenamt erläutert: „Entlang der Karl-Wurmb-Straße, Pestalozzistraße, Plainstraße und Sylvester-Oberberger-Straße wird eine Radfahranlage errichtet. Damit entsteht eine sichere und attraktive Hauptroute für den Radverkehr zwischen dem Bahnhofsumfeld und dem Salzachraum.“ Die Kosten dafür belaufen sich auf gut 520.000 Euro.
  • Lehen: Eine Brücke für die Gaswerkgasse 
    Entlang der Eisenbahngleise führt die Wallnergasse über die stark befahrene Straße zur Kreuzbrünndlgasse, die eine wichtige Verbindung zur Salzach ist. Hier treffen Autos, Obusse, Radfahrer:innen und Fußgänger:innen in großer Zahl aufeinander. „In der VCÖ-Erhebung war diese Stelle eine der am häufigsten genannten Gefahrenstellen. Bei der Markierungsoffensive im letzten Jahr wurde hier die Sichtbarkeit verbessert, aber das allein reicht nicht aus. Eine Brücke soll die Gefahrenstelle in der Gaswerkgasse entschärfen und bessere Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer:innen herstellen. Die Gespräche mit der ÖBB laufen bereits“, so der Ressortverantwortliche der MA 6.
    Die Gesamtkosten betragen rund 3 Millionen Euro.
  • Mehr Farbe für das gesamte Stadtgebiet: Markierungsoffensive 2.0
    Die erfolgreiche Markierungsoffensive der Stadt Salzburg geht 2026 in die zweite Runde. Über 80 Stellen wurden im letzten Jahr markiert. Die Stadt wird auch heuer wieder in einer breit angelegten Aktion die Sichtbarkeit von Geh- und Radwegen an vielen Stellen im Straßenbereich verbessern. „Fahrbahnmarkierungen kosten im Vergleich wenig, sind schnell umgesetzt und haben einen großen Effekt im gesamten Stadtgebiet“, so das Straßen- u. Brückenamt.
  • Nicht alle Wege führen nach Mirabell: Orientierung auf den Straßen
    Die Beschilderung von Radwegen ist schon länger ein Thema. Die Planung für eine bessere und einheitliche Wegweisung startet heuer. Mit 2027 sollen mehr und bessere Schilder die Radhauptrouten und auch Nebenrouten klar kennzeichnen. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Bürger:innen, die sich klarere Schilder wünschen. Es freut mich, dass hier Bewegung in die Sache kommt“, so der Ressortverantwortliche der MA 6.
    Welche Herausforderungen bei dieser Aufgabe auf das Straßen- und Brückenamt zukommen, erläutert das Straßen- u. Brückenamt: „Wir haben derzeit verschiedene Systeme, die auch zum Teil nicht mehr stimmen: EuroVelo 7, Landesradrouten, Radhauptrouten, touristische Radrouten, Sportradrouten. Diese gilt es nun zu vereinheitlichen, damit sowohl Salzburger:innen als auch radbegeisterte Gäste gut orientiert ans Ziel kommen.“ Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 75.000 Euro.

Ein erstes Pilotprojekt ist weiters die Neugestaltung des Innenhofes des Lehener Wohnblocks und die damit einhergehende Verbesserung der Radabstellanlagen. Mittelfristig arbeiten Planungs- und Bauressort an einer gemeinsamen Strategie zur Zielerreichung.

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