Energiegemeinschaften in der Stadt Salzburg
Energiegemeinschaften in der Stadt Salzburg
Das Projekt „Energiegemeinschaften in der Stadt Salzburg“ umfasst die Entwicklung und schrittweise Umsetzung eines Modells zur gemeinschaftlichen Erzeugung, Nutzung und gegebenenfalls Speicherung von erneuerbarer Energie innerhalb des Stadtgebietes. Im Mittelpunkt steht insbesondere die möglichst effiziente gemeinsame Nutzung des auf städtischen Liegenschaften erzeugten Photovoltaik-Stroms.
Durch die Zusammenführung mehrerer städtischer Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen soll der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms erhöht und der Bedarf an extern zugekauftem Strom reduziert werden. Dabei sollen geeignete städtische Gebäude und Anlagen – beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Bauhöfe oder andere kommunale Einrichtungen – entsprechend ihrem jeweiligen Erzeugungs- und Verbrauchsprofil berücksichtigt werden.
Darüber hinaus soll geprüft werden, in welcher Form Bürger:innen bzw. Mieter:innen stadteigener Wohnungen in ein entsprechendes Modell eingebunden werden können. Das Arbeitsübereinkommen 2024–2029 sieht hierzu die Entwicklung einer für die Stadt und ihre Bürger:innen geeigneten Vorgehensweise sowie die Umsetzung eines Pilotprojektes vor.
Das Projekt steht in engem Zusammenhang mit dem Ausbau der Photovoltaik auf städtischen Liegenschaften und dem Klimafahrplan 2040. Ziel ist ein höherer Anteil lokal erzeugter und genutzter erneuerbarer Energie, eine bessere Ausnutzung vorhandener Photovoltaikanlagen sowie langfristig eine wirtschaftliche, versorgungssichere und möglichst klimaneutrale Energieversorgung der Stadt.
Kurz gesagt: Bei der Stadt Salzburg bedeutet „Energiegemeinschaften“ vor allem, den auf städtischen PV-Anlagen erzeugten Strom nicht isoliert an jedem einzelnen Gebäude zu betrachten, sondern Erzeugung und Verbrauch mehrerer Gebäude intelligent zusammenzuführen und den Eigenstrom möglichst innerhalb des städtischen Systems zu nutzen. Der Klimafahrplan 2040 formuliert dafür ausdrücklich das Ziel einer Eigenstromnutzung über Energiegemeinschaften für alle Stadtgebäude.
Was bedeutet das konkret?
Das Grundprinzip ist relativ einfach:
PV-Anlage → Stromerzeugung → gemeinschaftliche Nutzung → möglichst hoher Eigenverbrauch
Beispielsweise könnte eine Photovoltaikanlage auf einem städtischen Gebäude tagsüber Strom erzeugen. Wird dieser Strom dort nicht vollständig benötigt, könnte er – sofern die rechtlichen und technischen Voraussetzungen erfüllt sind – von anderen städtischen Gebäuden oder Teilnehmer:innen der Energiegemeinschaft genutzt werden.
Damit muss überschüssiger Strom nicht zwingend ins allgemeine Stromnetz eingespeist und später wieder Strom zugekauft werden.
Die Stadt hat sich bereits seit 2022 mit den Möglichkeiten von Energiegemeinschaften beschäftigt. Im Energiebericht wurden damals unter anderem die erforderlichen Akteure, Rahmenbedingungen und Umsetzungsmöglichkeiten untersucht; als Beispiele im Stadtgebiet wurden die Energiegemeinschaften Salzburg Süd und Sinnhub genannt.
Besonders wichtig für die Stadtverwaltung
Für die Stadt Salzburg hat das Projekt mehrere Ebenen:
- Städtische PV-Anlagen miteinander verknüpfen
Stromerzeugung auf Schulen, Amtsgebäuden, Bauhöfen, Seniorenwohnhäusern usw. soll möglichst gemeinsam genutzt werden. - Eigenverbrauch erhöhen
Der auf städtischen Liegenschaften erzeugte Solarstrom soll möglichst innerhalb der Stadtverwaltung genutzt werden. - Städtische Gebäude als Teilnehmer einbinden
Ein Gebäude mit hohem Stromverbrauch könnte beispielsweise Strom aus einer PV-Anlage eines anderen städtischen Gebäudes nutzen. - Speicher und Lastmanagement einbeziehen
Überschüsse können – wo wirtschaftlich und technisch sinnvoll – gespeichert oder zeitlich gesteuert genutzt werden. - Bürger:innen bzw. Mieter:innen einbinden
Das Arbeitsübereinkommen nennt ausdrücklich die Möglichkeit, eine Energiegemeinschaft zwischen Stadt und Bürger:innen Als mögliches Modell wird auch die kostengünstige Versorgung von Mieter:innen stadteigener Wohnungen mit gemeinschaftlich erzeugtem Strom genannt. - Versorgungssicherheit und Preisstabilität verbessern
Die Stadt sieht in der lokalen Energieerzeugung und -nutzung auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Verringerung der Abhängigkeit von extern bezogenem Strom.
Zusammenhang mit dem Klimafahrplan 2040
Das Projekt ist mittlerweile unmittelbar Bestandteil des Klimafahrplans 2040. Dort ist als Kernmaßnahme vorgesehen:
„Über Energiegemeinschaften Eigenstromnutzung für alle Stadtgebäude.“
Der aktuelle Klimafahrplan stellt Energiegemeinschaften gemeinsam mit dem Ausbau der Photovoltaik auf städtischen Liegenschaften als zentrale Maßnahmen im Bereich Energie dar. Die Stadtverwaltung verbrauchte 2025 rund 21,0 GWh Strom, während die bestehenden PV-Anlagen rund 1,17 GWh erzeugten.
Das zeigt auch die praktische Bedeutung: Je mehr städtische PV-Anlagen hinzukommen, desto wichtiger wird eine intelligente gemeinsame Nutzung des erzeugten Stroms.
Abgrenzung zur „Photovoltaik-Offensive“
Die beiden Projekte hängen eng zusammen, sind aber nicht dasselbe:
| Projekt | Hauptfrage |
| Photovoltaik-Offensive | Wo können wir auf städtischen Liegenschaften möglichst viel Solarstrom erzeugen? |
| Energiegemeinschaften | Wie können wir diesen erzeugten Strom möglichst effizient gemeinsam nutzen? |
Vereinfacht gesagt:
PV-Offensive = Strom erzeugen
Energiegemeinschaft = erzeugten Strom gemeinsam nutzen


