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Platzgestaltung und Verkehrsberuhigung vermehrt in den Stadtteilen

Platzgestaltung und Verkehrsberuhigung in den Stadtteilen umfasst die schrittweise Aufwertung zentraler Plätze, Straßenräume und Stadtteilzentren zu attraktiven, sicheren und barrierefreien öffentlichen Räumen.

 

Mit „Platzgestaltung und Verkehrsberuhigung vermehrt in den Stadtteilen der Stadt Salzburg“ ist vor allem gemeint, dass sich die Stadt nicht nur auf die Innenstadt konzentriert, sondern auch die Orts- und Stadtteilzentren systematisch aufwertet und vom dominierenden Kfz-Verkehr entlastet. Das ist ausdrücklich im Arbeitsübereinkommen 2024–2029 als Ziel der Entwicklung von Stadtteilkonzepten angelegt.

Durch eine qualitätsvolle Gestaltung mit Begrünung, Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten, ausreichenden Fuß- und Radverkehrsflächen sowie eine Neuordnung des ruhenden und fließenden Verkehrs soll die Aufenthalts- und Wohnqualität verbessert werden. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, insbesondere die Reduktion von Durchzugs- und Schleichverkehr, Geschwindigkeitsreduktionen, sichere Querungsmöglichkeiten und gegebenenfalls Begegnungszonen oder Durchfahrtsbeschränkungen, sollen dabei mit den Anforderungen des öffentlichen Verkehrs, des Wirtschaftsverkehrs sowie der Anrainer:innen abgestimmt werden.

1. Was bedeutet „Platzgestaltung“?

Gemeint ist die Neugestaltung bzw. Aufwertung öffentlicher Plätze und zentraler Straßenräume in den Stadtteilen.

Dabei können beispielsweise vorgesehen werden:

  • mehr Bäume und Grünflächen
  • Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereiche
  • bessere Beleuchtung
  • Trinkbrunnen bzw. Wasserelemente
  • größere und attraktivere Fußgängerflächen
  • barrierefreie Gestaltung
  • hochwertige Pflaster- oder Belagsflächen
  • Fahrradabstellanlagen
  • weniger oberirdische Stellplätze
  • bessere Gestaltung von Haltestellen
  • Flächen für Gastgärten und konsumfreie Aufenthaltsbereiche
  • Spiel- und Begegnungsbereiche
  • bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger:innen.

Es geht somit darum, einen Platz nicht ausschließlich als Verkehrsfläche, sondern stärker als Aufenthalts-, Begegnungs- und Kommunikationsraum zu gestalten.

2. Was bedeutet „Verkehrsberuhigung“?

Verkehrsberuhigung bedeutet nicht zwangsläufig eine vollständige Sperre für den Autoverkehr.

Der Mobilitätsplan 2040 nennt insbesondere:

  • Verringerung des Durchzugsverkehrs
  • niedrigere Geschwindigkeiten
  • Neuordnung des Straßenraums
  • bessere Bedingungen für Fuß- und Radverkehr
  • gegebenenfalls Reduktion bzw. Neuordnung von Parkplätzen
  • Begegnungszonen
  • Verkehrsfilter oder Durchfahrtsbeschränkungen
  • sichere Querungen
  • Maßnahmen zur Vermeidung von Schleichverkehr.

Dabei soll der notwendige Kfz-Verkehr – etwa für Anrainer:innen, Lieferverkehr, Einsatzfahrzeuge oder Handwerker – grundsätzlich berücksichtigt werden. Die Stadt beschreibt beispielsweise beim Mobilitätsplan ausdrücklich das Ziel eines stadtverträglichen Kfz-Verkehrs, nicht eines generellen Autofahrverbots.

3. Was bedeutet „in den Stadtteilen“ konkret?

Ein gutes Beispiel liefert das bereits von der Stadt untersuchte Gebiet Gnigl–Parsch–Aigen.

Diese Stadtteile leiden teilweise unter Durchzugsverkehr. Dafür wurde ein eigenes Verkehrskonzept vorgesehen, das nicht nur den Verkehr, sondern ausdrücklich auch Wohnumfeldqualität, Sicherheit und Lebensqualität verbessern soll.

Das Prinzip wäre beispielsweise:

Heute:

Fahrbahn → parkende Autos → schmale Gehsteige → wenig Grün → Durchzugsverkehr

Künftig stärker stadtteilorientiert:

Gehbereich → Bäume/Grün → Aufenthaltsfläche → Radverkehr → Fahrbahn → begrenzter/beruhigter Kfz-Verkehr

Natürlich kann die konkrete Aufteilung je nach Straße völlig anders aussehen.

4. Stadtteilzentrum als „kleine Innenstadt“

Ein wesentlicher Gedanke hinter dem Programm ist, dass Stadtteilzentren stärker zu attraktiven Treffpunkten werden.

Das Arbeitsübereinkommen formuliert dazu ausdrücklich, dass attraktive öffentliche Räume in Stadtteilzentren das soziale Miteinander fördern sollen. Verkehrsberuhigung soll gleichzeitig eine angenehme und sichere Umgebung für Fuß- und Radverkehr schaffen. Weniger Lärm sowie bessere Luft- und Aufenthaltsqualität sind weitere Ziele.

Man könnte daher vereinfacht sagen:

Die Stadtteilzentren sollen nicht nur Orte sein, durch die man mit dem Auto hindurchfährt, sondern Orte, an denen man sich gerne aufhält.

5. Beispiele aus Salzburg

Das ist inzwischen nicht mehr nur eine abstrakte Zielsetzung.

Nonntaler Hauptstraße:
Zwischen Petersbrunnstraße und Almgasse soll eine Begegnungszone entstehen. Sie soll Radverkehr, Fußverkehr, Einkaufsfunktion und öffentlichen Raum besser miteinander verbinden. Die Umsetzung ist nach den Fernwärmearbeiten ab Ende 2027 vorgesehen.

Gnigl–Parsch–Aigen:
Hier geht es um ein umfassenderes Stadtteil-Verkehrskonzept zur Verkehrsberuhigung und Verbesserung des Wohnumfeldes.

Bessarabierstraße / Südtiroler Siedlung:
Auch hier nennt die Stadt die Verbesserung des Wohnumfeldes als Beispiel für die Aufwertung der Stadtteile.

Innenstadt:
Die geplante Begegnungszone zwischen Neutor und Museumsplatz ist gewissermaßen das große innerstädtische Beispiel: vier historische Plätze und die dazwischenliegenden Straßenräume sollen zu einem zusammenhängenden, verkehrsberuhigten und klimaangepassten Stadtraum werden.

Auf Basis der Erfahrungen der letzten Legislaturperioden soll neben größeren Planungen auch ein Fokus auf die Stadtteile gelegt werden. Ein gelungenes Beispiel ist die Neugestaltung vor der Itzlinger Kirche. Weitere Schritte sind bereits in Vorbereitung.

Rückmeldung 2026 – 6/04: zur weiteren Bearbeitung wurde das Konzept der Neugestaltung des Nonntales übergeben, konkrete Planungsüberlegungen wurden noch nicht gestartet. Umsetzung aus budgetären Gründen derzeit fraglich.

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