Aufbau eines gemeinsamen Glasfasernetzes
Aufbau eines gemeinsamen Glasfasernetzes
Der Aufbau eines gemeinsamen Glasfasernetzes umfasst die koordinierte Planung und schrittweise Errichtung einer leistungsfähigen Glasfaser-Infrastruktur durch die Stadt Salzburg und weitere Infrastruktur- bzw. Netzbetreiber. Ziel ist es, die erforderlichen Glasfaserverbindungen möglichst gebündelt und unter optimaler Nutzung bestehender und geplanter Tiefbauvorhaben herzustellen.
Insbesondere bei Straßen-, Kanal-, Wasser-, Fernwärme-, Strom- und sonstigen Leitungsbauarbeiten sollen die erforderlichen Leerrohre und Trassen für die Glasfaserinfrastruktur nach Möglichkeit bereits mitverlegt werden. Dadurch können Synergien im Tiefbau genutzt, zusätzliche Aufgrabungen vermieden und Baukosten sowie Verkehrs- und Baustellenbelastungen reduziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Abstimmung der verschiedenen Infrastrukturträger hinsichtlich Trassenführung, Bauzeit, technischer Standards und späterer Nutzung der Glasfaserinfrastruktur. Die entstehende Netzinfrastruktur soll langfristig eine möglichst zusammenhängende und leistungsfähige Versorgung ermöglichen und insbesondere auch die digitale Vernetzung städtischer Einrichtungen unterstützen.
Ziel ist eine zukunftssichere digitale Infrastruktur, bei deren Errichtung die bestehenden Tiefbauinvestitionen optimal genutzt und wiederholte Aufgrabungen im öffentlichen Straßenraum möglichst vermieden werden.
Kurz gesagt: Das Projekt bedeutet, den Glasfaserausbau mit den ohnehin erforderlichen Straßen- und Leitungsbauarbeiten zu verbinden. Wo eine Straße für Kanal, Wasser, Fernwärme oder Strom geöffnet wird, sollen nach Möglichkeit gleich die notwendigen Glasfaser-Leerrohre mitverlegt werden. Dadurch entsteht schrittweise ein gemeinsames, leistungsfähiges Glasfasernetz, ohne Straßen später für denselben Zweck nochmals aufgraben zu müssen.
Was bedeutet das konkret?
Der wesentliche Gedanke ist:
Wenn eine Straße ohnehin aufgegraben wird, sollen möglichst mehrere Infrastrukturleitungen gleichzeitig berücksichtigt werden.
Anstatt beispielsweise heute für Kanal- oder Fernwärmearbeiten eine Straße aufzugraben und einige Jahre später für Glasfaser erneut aufzugraben, soll die erforderliche Leerrohr- bzw. Glasfaserinfrastruktur möglichst gleich mitverlegt werden.
Das betrifft insbesondere die Koordination zwischen:
- Stadt Salzburg,
- Salzburg Netz bzw. anderen Energie-/Netzbetreibern,
- Telekommunikationsunternehmen,
- gegebenenfalls weiteren Infrastrukturbetreibern.
Ein aktuelles Beispiel für diesen Ansatz ist die Infrastrukturerneuerung rund um den Makartplatz, bei der Kanal, Wasser, Fernwärme, Gas, Strom und Telekommunikationsleitungen gemeinsam erneuert bzw. erweitert werden. Dabei wird auch die Glasfaser-Infrastruktur ausgebaut und verstärkt.
Was ist mit „gemeinsam“ gemeint?
„Gemeinsam“ bedeutet dabei nicht unbedingt, dass alle Leitungen einem einzigen Betreiber gehören. Vielmehr geht es um eine gemeinsame Planung und Koordination der Infrastrukturträger.
Zum Beispiel:
- Eine Straße muss wegen einer Kanalerneuerung aufgegraben werden.
- Gleichzeitig stehen Arbeiten an Strom-, Fernwärme- oder Wasserleitungen an.
- In diesem Zuge wird auch ein Glasfaser-Leerrohr
- Dieses kann später für die eigentliche Glasfaser genutzt werden.
- Dadurch muss die Straße für den Glasfaserausbau nicht nochmals geöffnet werden.
Damit können Kosten, Bauzeit, Verkehrsbehinderungen und wiederholte Aufgrabungen reduziert werden.
Was gehört zu dem Projekt?
Das Vorhaben kann daher mehrere Ebenen umfassen:
- Gemeinsame Ausbauplanung
Ermittlung, wo Glasfaser benötigt wird und wo ohnehin Tiefbauarbeiten vorgesehen sind. - Mitverlegung von Leerrohren
Bei Straßen-, Kanal- oder Leitungsbauarbeiten sollen geeignete Rohrsysteme für Glasfaser berücksichtigt werden. - Koordination der Leitungsträger
Abstimmung von Stadt, Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen hinsichtlich Trassen, Bauzeiten und technischer Anforderungen. - Aufbau eines zusammenhängenden Netzes
Nicht nur einzelne Glasfaserstrecken sollen entstehen, sondern langfristig ein möglichst geschlossenes und leistungsfähiges Netz. - Nutzung für städtische Einrichtungen
Eine entsprechende Infrastruktur kann auch für Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, Bauhöfe, öffentliche Einrichtungen und andere städtische Standorte von Bedeutung sein. - Zukunftssichere Infrastruktur
Glasfaser schafft die technische Grundlage für hohe Datenübertragungsraten und künftige digitale Anwendungen der Stadtverwaltung und anderer Nutzer:innen.
Besonders wichtig: Synergie mit dem Tiefbau
Der eigentliche Kern des Projektes liegt weniger im „Verlegen von Glasfaserkabeln“ als in der strategischen Verbindung von Digitalisierung und Tiefbau.
Das lässt sich sehr einfach darstellen:
Straße ohnehin offen → andere Leitungen werden erneuert → Glasfaser-Leerrohre gleich mitverlegen → spätere Aufgrabung vermeiden.
Gerade bei größeren Infrastrukturprojekten, wie derzeit rund um den Makartplatz, zeigt sich dieser Ansatz praktisch: Dort werden verschiedene Leitungsinfrastrukturen gebündelt erneuert; auch die Telekommunikations- bzw. Glasfaserinfrastruktur wird dabei ausgebaut.
Mit den wichtigen Leitungsträger:innen wie A1 oder der Salzburg AG gabe es bereits Abstimmungstermine zur Thematik. Die möglichen Schritte der Stadt sind hier eingeschränkt und abhängig von der Ausbaustrategie der Leistungsträger:innen.
Leider konnte zwischen den Leitungsträgern keine Einigung erzielt werden. Die Leitungsträger können nur bei einer Bundesförderung zur Weitergabe, der damit errichteten Infrastruktur, aufgefordert werden. Dies wird bereits angewendet und die Leitungsträger werden auch immer wieder zu gemeinsamen Grabearbeiten aufgefordert.

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